Walter Lennartz, Mitglied am Runden Tisch, zur Frage der GRÜNEN:

"Was bedeutet Ihnen eigentlich das Sandhäuschen?“

Das Sandhäuschen ist ein wesentlicher Teil der Seele von Laurensberg. Oben auf dem Berg konzentriert sich das
Gemeinwesen des Stadtteils mit Raum und Möglichkeit, sich widerzuspiegeln in den zentralen Grundbereichen eines
Gemeinwesens: Kirche,  Schulen, Kindergarten und Bürgertreffpunkt. Es ist ein buntes Ensemble mit entsprechendem
Versammlungsraum und einer ausreichenden Zahl von Parkplatzflächen.

In seiner Gesamtheit ist es identitätsstiftend für die Bürger unseres Stadtteils und bindet die Menschen emotional an die vorhandenen Gebäude mit ihren entsprechenden Grundfunktionen für das Gemeinwesen. In diesem Geist wurde von der letzten Generation in den 70 Jahren der Eingemeindungsvertrag mit der Stadt Aachen ausgehandelt, mit der Maßgabe,
ein entsprechend solides Bürgerhaus zu erstellen.

So wurde es gemacht, hat viele Jahre lebendig funktioniert - Jetzt soll es abgerissen werden. Das ist ein Skandal !

Die Entseelung des Sandhäuschens kommt daher, daß der herrschende Zeitgeist der Individualisierung seit den 80er
Jahren auch in das Sandhäuschen eingezogen ist. Nach dem Motto: Jeder schaue primär auf sein Eigeninteresse und
das Gemeinwohl soll für sich selber sorgen.

Das demonstrierten die letzten Pächter, denen grundlegende Bedürfnisse der Laurensberger Bürger nicht mehr ins Konzept paßten.
Die ortsansässigen Vereine wurden teilweise von dieser Haltung abgestoßen oder haben sich ihre eigenen Räume zur
Verfolgung ihrer eigenen Interessen gesucht.  Auch die Stadt Aachen scheint die letzten Verpachtungen eher nach eigenen
finanziellen Interessen vergeben zu haben, als sich konsequent und kontrollierend um eine Verpachtung im Geist einer
Gemeinweseninstitution zu bemühen. Das Gesamte wurde aus den Augen verloren.

Beim ersten Treffen des Runden Tisches zur Perspektivenfindung für das Sandhäuschen waren alle Argumente zur Erhalt des
Gebäudes primär wieder nur von isolierten Finanzfragen bestimmt: Muß ein Pächter das finanzieren, müssen wir das finanzieren,
können wir uns das leisten? Die Frage nach dem Konzept des Pächters im Sinne einer Gemeinwesenorientierung und
Wiederbelebung wurde kaum diskutiert, deutlich wurde, daß man von Seiten der Stadt kein Geld mehr investieren will.

So scheint es möglicherweise keine Lösung zum Erhalt des jetzigen Sandhäuschens mehr zu geben und man will das Gebäude
abreißen, um einer Überbauung mit vielen Einfamilienhäusern nebst Neubau von Kindergarten und Neubau eines Restaurants
(Minisandhäuschen) Platz zu machen. Manche waren über diese Perspektive erleichtert und doch verunsichert, ob das wirklich
die richtige Lösung ist. Viele Fragen blieben offen.

Ich frage, wer in Laurenberg will eine solche Lösung, die den Charakter unseres Stadtteils qualitativ unwiderruflich verändert und
vielfältige Probleme für die Bürger durch zusätzlichen Autoverkehr, Unruhe und Enge erzeugt?

Auch der versprochene Neubau eines Kindergartens und Minibürgerzentrums ist kritisch zu durchleuchten, ob damit nicht unwiderruflich Qualitätseinbußen für die betroffenen Familien mit ihren Kindern sowie für die Stadtteilinteressen der Bürger verbunden sind. Große Zweifel scheinen angebracht.

Jetzt ist (noch) ein solides Gebäude da, das man auf den aktuellen Stand bringen und konzeptionell neu ausrichten müßte.
Wir glauben an die Wiederbelebung des Sandhäuschens!

Der politische Wille unserer Generation ist dafür jedoch Voraussetzung. Und das Engagement der Bürger dafür unverzichtbar.

Dazu muß weiter lösungsorientiert und kreativ nachgedacht und angepackt werden.

Der Charakter eines unverwechselbaren Ensembles in Laurenberg muß erhalten bleiben.
Der Stadtteil Laurensberg braucht eine Perspektive im Sinne seiner Bürger !